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Die Salesiana Schwestern – Haus „Laura Vicuña”

Am 23. März hatten wir wieder einmal die Möglichkeit, das komplette Projekt der Salesiana Schwestern, welche mit Mädchen von der Straße arbeiten, zu besichtigen.

Die Direktorin Schwester Blanca Valverde, die immer gut gelaunt und aufgeschlossen ist, konnte den Besuch koordinieren. Wir wurden außerdem von der Sozialarbeiterin Rebecca Sierra begleitet, welche uns zusätzliche Informationen und Details zu dem Projekt und den einzelnen Stationen geben konnte.

Das Projekt der Schwestern teilt sich in 3 verschiedene Teilbereiche auf:

Als erstes muss man dabei das Haus „Laura Vicuña” nennen, welches sich im El Dorado befindet, ein nördliches Stadtviertel von Quito. Es handelt sich hierbei um eine temporäre Auffangstation für Kinder von der Straße. Temporär bedeutet, dass sich die Kinder nur 3 bis 4 Tage dort aufhalten dürfen. So schreibt es jedenfalls das neue Kinder- und Jugendschutzgesetz von Ecuador für solche Einrichtungen vor. Innerhalb dieser Zeit versuchen die zwei Sozialarbeiterinnen, die Kinder wieder in ihre Familien zu integrieren.


Die Schule im Viertel El Dorado in Quito
Dies ist oft ganz schön kompliziert, denn es kann vorkommen, dass misshandelte, alleingelassene oder verwaiste Kinder abgegeben werden oder aus eigenen Stücken erscheinen und dass man von diesen Kindern keine Familienangehörigen ausfindig machen kann. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs befanden sich insgesamt acht Kinder in der Einrichtung, von denen drei der Kinder nichts Genaueres über ihre Herkunft wussten. Im Hause „Laura Vicuña” wird den Kindern ein sicheres Zuhause und ein Platz zum Schlafen zur Verfügung gestellt. Außerdem erhalten sie Essen und die Kinder haben die Möglichkeit, am Unterricht der Schule teilzunehmen, die sich im gleichen Hause befindet. Die kleine Schule arbeitet mit zirka 30 Schülern. Alle Mittel, die der Schule zur Verfügung stehen, sind Spenden oder wurden durch solche finanziert. Der Großteil der Lehrer arbeitet ehrenamtlich.

Im Haus „Laura Vicuña” gibt es auch eine kleine Werkstatt, in der Glückwunschkarten aus selbstrecyceltem Papier hergestellt wird. Dieses Papier wird durch natürliche Fasern angereichert, welche aus Cabuya, Bananenblättern, Blüten oder getrockneten Blättern gewonnen werden. Es wird versucht eine möglichst kontinuierliche und stetige Serienproduktion zu erreichen. Zurzeit werden 400 Karten pro Monat hergestellt, welche in den USA verkauft werden.

Die Fundación Creamos versucht, zusammen mit den Schwestern, neue Absatzmärkte für die Karten in Europa zu eröffnen. Dazu soll ein Internetshop erstellt werden, über den man die Karten anschauen, auswählen und kaufen kann. Sollte das Projekt den erhofften Erfolg haben und die Nachfrage steigen, würde das eine Intensivierung der Kartenproduktion bedeuten. Dadurch würden die Mädchen, die an der Kartenproduktion beteiligt sind, einen Motivationsschub erfahren und auch das Projekt der Salesianas würde davon profitieren. Die Herstellung und der Verkauf der Glückwunschkarten ist ein Standbein für die Eigenfinanzierung, welches dazu beiträgt, unabhängiger von anderen privaten und öffentlichen Einrichtungen zu sein.

Im Viertel „El Dorado“, bieten die Schwestern und Volontäre auch schulische Unterstützung für die Kinder an, welche nur begrenzte finanzielle Mittel haben und zu den umliegenden Schulen gehen. Die Eltern dieser Kinder arbeiten meist den ganzen Tag. Die Kinder haben nun also die Möglichkeit, nachmittags bei den Schwestern im Hause „Laura Vicuña“ zu sein und ihre Hausaufgaben zu machen. Dies vermeidet außerdem, dass die Kinder unbeaufsichtigt durch die Straßen ziehen und sich auch in Straßenkinder verwandeln.


Die zweite Etappe im Projekt: Jardín del Valle
Die zweite Etappe des Projekts „Chicas de la Calle“ befindet sich in „Jardín del Valle“. Dieses Haus ist etwa 20 Minuten außerhalb von Quito gelegen. Es leben dort ständig ungefähr 15 Mädchen, welche von zwei Schwestern beaufsichtigt werden. Die Mädchen, die nicht während ihres Aufenthaltes im „El Dorado“ wieder in ihre ursprünglichen Familien eingegliedert werden konnten, werden in diese Herberge gebracht. Die Schwestern organisieren den Tagesablauf der Kinder. Auf diese Weise teilen sie sich die Aufgaben und lernen, im Haushalt mitzuhelfen. Außerdem gehen sie natürlich regelmäßig zur Schule und es gibt Freizeitaktivitäten.

Es gibt in diesem Haus einen Raum mit 15 Computern, welche von einer anderen Einrichtung gespendet wurden. Dort werden die Mädchen aus dem ganzen Projekt im Umgang mit den Computern geschult. Des Weiteren werden auch Kurse für das Personal gehalten. Außerdem gibt es noch einen Raum, wo Siebdruck betrieben und gelehrt wird. Dadurch wird den Mädchen eine sowohl kreative als auch künstlerische sowie produktive Aktivität angeboten.


ein Mädchen arbeitet im Garten in Amaguaña
Zu guter letzt führte uns unser Besuch nach Amaguaña, welches ungefähr 45 Minuten außerhalb Quitos liegt. Dort leben im Moment 18 Mädchen im Alter von 8 bis 18 Jahren. Es wird versucht – genau wie in den anderen Stationen auch – den Mädchen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Dies bedeutet für die Mädchen, Regeln zu befolgen, Arbeiten zu teilen, Aufgaben zu übernehmen, zur Schule zu gehen, etc. Die Einrichtung ist sehr geräumig und großflächig. Es gibt einen Garten, in dem die Mädchen die Sachen anbauen, die sie für den eigenen Bedarf benötigen. Es werden auch zusammen mit der Hilfe der Mädchen Kleintiere, wie z.B. Hühner, Hasen, Enten und Schweine, gehalten. Es gibt außerdem 3 Kühe und 4 Kälber. Alles das wird von den Mädchen unter Anleitung und Mithilfe der Schwestern bewerkstelligt, welche zwar keine Expertinnen sind aber über viel Erfahrung verfügen. Ein Fachmann auf diesem Gebiet wäre eine große Hilfe, um die landwirtschaftliche und tierische Produktion zu verbessern. Die Schwestern haben auch ein großes Gewächshaus in dem normalerweise Cherrytomaten angebaut werden. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs stand es aber aufgrund von Düngung des Bodens brach. Ein Projekt zur Anpflanzung von medizinischen Pflanzen ist geplant und soll in naher Zukunft realisiert werden.


eine der Nähmaschinen, die von den Mädchen benutzt wird, um Schuluniformen herzustellen
In einem Teil des Hauses gibt es eine relativ große und gut ausgestattete Schneidereiwerkstatt. Dort können interessierte Mädchen alles über das Schneidereihandwerk lernen und Schuluniformen für drei verschiedene Schulen in Quito herstellen. Letzteres stellt eine weitere Art der Eigenfinanzierung für die Organisation dar.

Der Besuch hat uns ums Neue die Möglichkeit gegeben, einen aktuellen Einblick in die Arbeit der Salesiana Schwestern zu bekommen. Alle Einrichtungen und Projekte sind sehr gut organisiert und deswegen wird die Fundación Creamos weiterhin versuchen, die Arbeit mit den Schwestern zu verstärken. Es gibt so viele Bereiche in den geholfen werden kann: die Schule, die Hausaufgabenbetreuung, die Herstellung der Glückwunschkarten, die Beaufsichtigung der Kinder, Küchenarbeiten, der Garten, die kleine Bibliothek, etc.

Das ganze Projekt wird von insgesamt nur sechs Schwestern geleitet. Aus diesem Grund benötigen sie dringend die Hilfe von Volontären, um alle ihre Vorhaben umzusetzen und Aufgaben erfüllen zu können.

Um alle Aufgaben zu bewerkstelligen, bedarf es viel Zeit und Geduld. Die Arbeit mit den Kindern ist aufgrund ihrer Probleme, die sie in der Vergangenheit gehabt hatten und welche sie versuchen zu überwinden, nicht immer einfach. Für all dieses bedarf es auch der Mithilfe von Volontärinnen und Volontären, welche große Lust haben, zu arbeiten und sich integrieren möchten.

Übersetzt von Sebastian Möbius, Originalartikel in Spanisch: Anita Peñafiel

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